Historie der Fernost-Gespanne

URAL-Gespanne

Die Geschichte der Ural (Gespanne)   

 

Aufgrund der Entwicklungen im Zweiten Weltkrieg erkannte Russland schnell, dass der Krieg nicht vor den Toren des Landes stoppen würde. Stalin befahl daraufhin dem Militär sich in allen Bereichen auf den Krieg mit Deutschland vorzubereiten. Dies umfasste auch die Bodenstreitkräfte die den einrückenden deutschen Panzerverbänden und Bodentruppen entgegentreten sollten.

Man wusste das die Wehrmacht tausende von BMW-Gespannen besaß. Sie waren bekannt für ihre Robustheit, Zuverlässigkeit, Wendigkeit und Pflegeleichtigkeit. Jede dieser Maschinen war ausgerüstet mit einem Schützen und dessen Maschinengewehr, dem Fahrer und Munitionsvorräten. Aus diesen Gründen waren sie bei den russischen Bodentruppen gefürchtet. Und genau hier beginnt die Geschichte der Ural-Gespanne....!

Es war um 1939, als fünf deutsche BMW R71- Gespanne in einer geheimen Aktion, durch schwedische Vermittler gekauft und nach Moskau transportiert wurden. Dort wurden sie zerlegt und bis ins kleinste Detail kopiert. Man übernahm den Rahmen in fast jeder Einzelheit. Die Motoren und Getriebe sollten aus eigener Produktion kommen. 1941 wurden  hunderte russischer Gespanne in Moskau produziert. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es für das produzierte Vehikel noch keinen Namen.

Da die deutsche Wehrmacht immer näher kam, entschied man sich das Motorradwerk in Moskau komplett zu demontieren und es im Osten Russlands, genauer gesagt in der Stadt Irbit im Ural Gebirge, wieder aufzubauen.

Während des Krieges wurden noch fast 10.000 Maschinen gebaut die alle ihren Dienst bei der Roten Armee verrichteten. 
Da das Werk nun im Ural Gebirge lag, gab man dem dort gebauten Fahrzeug den selben Namen: Ural !

 

Die Entstehung und die Popularität der Ural- Motorräder ist eigentlich dem 2. Weltkrieg zu verdanken. Man baute hier bis 1953 fast nur für den inländischen Bedarf, hauptsächlich für Behörden und das Militär. Mit dem ständig wachsenden Bekanntheitsgrad, entschied man sich ab 1953 Ural- Motorräder zu exportieren. Ab 1960 wurde die gesamte Produktion auf zivile Maschinen umgestellt.

 

1998 begann man das Unternehmen zu privatisieren. Seitdem wurde viel für das Image getan, wie z.B. bessere Fertigungsqualitäten, neue Modelle etc.

Bis zum heutigen Tag wurden in Irbit weit mehr als 3 Millionen Maschinen produziert!

Im Gegensatz zu den DNEPR Gespannen, wird das URAL-Gespann heute noch gebaut. Das URAL-Gespann zählt nach wie vor zu den Kult-Gespannen und erfreut sich großer Beliebtheit. Die Qualität ist zwischenzeitlich gut.

DNEPR-Gespanne

lDie Geschichte der Dnepr (Gespanne)
 

Die Dnepr (KMS*)- Motorräder werden bzw. wurden in Kiew gebaut, einer Stadt in der Ukraine. 
Die Geschichte der Kiewer Motorradwerke begann bereits 1946 mit der Produktion eines Kleinkraftrades, mit schweren Motorrädern jedoch erst gegen Mitte der 50er Jahre.

1956 baute man in Kiew das Modell K-750, welches auf der sehr erfolgreichen M-72 basierte. Nicht verwunderlich, denn die Teile für dieses Motorrad kamen zu einem großen Teil aus dem Irbiter Motorradwerk.

Ab 1967 nannte man die KMS- Werke dann in "Dnepr" um, benannt nach dem durch die Ukraine verlaufendem Fluß. Als Nachfolger der K-750 folgte das Modell K-650 welches wiederum später durch die MT-9 abgelöst wurde. Mitte der Sechziger Jahre stellte man die Motorenproduktion dann gänzlich auf kopfgesteuerte Motoren um. Dnepr spezialisierte sich - nachdem die Ural-Werke nur noch für den zivilen Markt produzierten - auf militärische Ausführungen, wie z.B. die MT-16.

Zwischenzeitlich mauserte man sich zur "Kreml-Marke" und stellte auf Wunsch der Regierung Eskorte- Motorräder, z.B. für Staatsbesuche her.

 

Bis 1989 zählte man bei Dnepr ca. 2 Millionen produzierte Maschinen! Die gesamte Umstrukturierung der ehemaligen UdSSR im Jahre 1991 ging auch am Dnepr-Werk nicht spurlos vorbei. Man musste sich fortan bemühen um wirtschaftlich am Ball zu bleiben. 
 


Das Ergebnis waren diverse neue Modell- Konzepte die die verschiedensten Käuferschichten ansprechen sollten. Man spezialisierte sich z.B. auch auf den Umbau von Zivil-Maschinen auf Behörden- Versionen für Feuerwehr und Polizei.

Knapp 9.000 Menschen arbeiteten hier daran Dnepr weiter voran zu bringen, allerdings mit wenig Erfolg. Qualitativ hielt keine werksneue "Dnepr" den hohen westlichen Ansprüchen stand, so das der Ruf hierzulande stark darunter litt. Seit 2001 produziert das Dnepr-Werk keine Neu-Maschinen mehr, dennoch ist es nicht geschlossen! Es arbeiten noch immer viele Leute vorort.

 

P.S. *KMS ist die richtige Übersetzung vom Ukrainischen in das Deutsche und heißt übersetzt Kiewer Motorrad Werk (in etwa: Kiew Motoziklui Sawot). Falsch ist die Bezeichnung KMZ.

 

Dnepr Technik - Grundlegendes
 

Was Sie unbedingt vor dem Kauf beachten sollten:

 

Wie unterscheidet man Inlands- und Exportmodelle?

Inlandsmodelle : Zu erkennen an den lackierten Felgen und Speichen (oder Rost statt Farbe).
Egal wie billig solch ein Fahrzeug auch immer angeboten wird :

!! niemals kaufen !!

Exportmodelle: Zu erkennen an den verchromten Felgen, lagerichtigen Schweissnähten und sich auch bei festgezogenen Achsmuttern drehenden Rädern!!!
Diese Fahrzeuge stellen eine gute Ausgangsbasis für weitere Massnahmen dar, die zu einem alltagstauglichen Gespann führen können.
Alle weiteren Ausführungen auf diesen Seiten beziehen sich auf diese Fahrzeugvariante:

Kauf "aus der Kiste"

Billig und möglich sofern die nötigen Modifikationen am Motor und an den Bremsen mit entsprechender Professionalität durchgeführt werden, andernfalls liegt die Lebensdauer des Motors zwischen 50km und 7.000km und jene des Fahrers eventuell unter dem Üblichen.
Für "Normalschrauber" stellt der Kauf aus der Kiste eine ausgezeichnete Möglichkeit dar: 
innerhalb kürzester Zeit

 

1.) ein riesiges Loch auf dem Konto
2.) eine Garagenleiche
3.) jede Menge Frust, sowie
4.) den Spott seiner Umwelt einzuheimsen.

 

Die Kosten ($$)

Die Dnepr ist de facto (tourentauglich modifiziert) keineswegs eine billige Angelegenheit, der niedrige Kaufpreis relativiert sich bei über 10.000km Fahrleistung im Jahr durch die Ersatzteil- und Wartungskosten.
Auch die scheinbar billigen Ersatzteile müssen im Normalfall vor dem Einbau überarbeitet werden und verwandeln sich auf diesen Weg schnell in Gold.

Fazit DNEPR & URAL Gespanne bis ca. 2010

Gemeinsam haben DNEPR und URAL den Viertakt-Boxer-Motor mit 649 ccm Hubraum nach BMW-Vorbild. Die Leistungen der unterschiedlich aufgebauten Motoren bewegen sich bei 32 PS (Dnepr) und 33 PS (Ural). Die Maschinen fügen sich also in die günstige 34 PS-Versicherungsklasse ein. 
Beide Fabrikate verwöhnen den Gespannfreund beim Rangieren mit einem Rückwärtsgang. Das angetriebene Seitenwagenrad mit Differential gibt’s aber nur bei der DNEPR MT 16.
Dafür kann die URAL mit geschobener Vorderradschwinge, sowie mit zuschaltbarem Seitenwagenantrieb geordert werden. 
Weiterer Vorteil der Ural sind die ungekröpften Speichen. Sie sind weniger bruchanfällig als die gekröpften Versionen des DNEPR-Gespannes. Überhaupt zeigte die bisherige Erfahrung, das im URAL-Werk eine konstantere Fertigungsqualität geboten wird als von den Kollegen bei DNEPR.
Jochen Brett weiß von mancher DNEPR oder auch URAL, die bereits auf der ersten Kontrollfahrt noch in Sichtweite zur Werkstatt mit kapitalem Motorschaden das Handtuch warf.

Historie der Chinesen-Gespanne

ChangJiang 750-Gespanne

lDie Geschichte der Chang-Jiang (Gespanne)
 

Nachdem Russland die BMW R-71 Anfang der 40er Jahre erfolgreich kopiert hatte, bekam auch China die Lizenz für einen Nachbau der legendären R-71.... Allerdings kam die Lizenz von den Russen und die wiederrum brauchten ja keine...sie hatten ja gewonnen....!
Ab dem Jahr 1956 begann man hier - noch unter dem Namen "Yangtzee" - ein robustes Motorrad mit und ohne Seitenwagen zu bauen. Man nutzte es vorrangig für das Militär und als Behörden-Maschine.

 

Im Gegensatz zu Dnepr und Ural, wo mit den Jahren auch diverse Modifikationen (wenn man sie denn so nennen kann) an den Modellen stattfanden, ging die Zeit bei Chang Jiang ohne große Änderungen vorüber. Einzig eine 12 Volt- Anlage und ein E-Starter sind hinzugekommen und man hat die Leistung des Motors etwas gesteigert. Der seitengesteuerte Motor, der Blattgefederte Seitenwagen sowie die der Lenker mit Innenseilzügen ist noch so wie in den 50ern. Bis heute wurden mehrere 100.000 Maschinen hergestellt. Auch in Westeuropa und auf vielen Kontinenten, fand das heute unter dem Namen "Chang Jiang" laufende Modell viele Liebhaber, die ihre robuste Bauweise und Zuverlässigkeit zu schätzen wissen. Mittlerweile hat "Chang Jiang" eine größere Modellpalette, welche allerdings fast alle auf Nachbau-Lizenzen beruhen.

 

Inhalt: "... Im Gegensatz zu Dnepr und Ural, wo mit den Jahren auch diverse Modifikationen (wenn man sie denn so nennen kann) an den Modellen stattfanden, ging die Zeit bei Chang Jiang ohne große Änderungen vorüber. Einzig eine 12 Volt- Anlage und ein E-Starter sind hinzugekommen und man hat die Leistung des Motors etwas gesteigert...."

           Jochen Brett   ef-tech,    Hillerstr. 10,   D-75417 Mühlacker-Mühlhausen  Mobil +49(0)179 2072146    www.ef-tech.de

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